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Zar Ferdinand in Ingelfingen
... Ein freudiges Erlebnis war uns der Nachmittag des 11. Septembers, an dem wir die Ehre hatten, den König von Bulgarien, den wir schon im vorigen Jahre begrüßen durften, bei uns zu sehen ...

Zar Ferdinand von Bulgarien
König (Zar) Ferdinand I. von Bulgarien (Prinz von Sachsen-Coburg-Koháry).
König (1908-1918)
geboren: 26.02.1861 (Wien)
gestorben: 14.08.1948 (Coburg)
Prinz v. Sachsen-Koburg (Urenkel d. Hzg. Franz Friedrich Anton v. S.-K.-Saalfeld).
Ferdinand I. wurde am 26. Februar 1861 in Wien als jüngster Sohn des österreichischen Generals August von Sachsen-Coburg-Kohary und der Tochter des französischen Bürgerkönigs Louis Philippe geboren.
Am 19. Juli 1887 wurde Prinz Ferdinand von Sachsen-Coburg und Gotha von der bulgarischen Sobranjevon der bulgarischen Nationalversammlung zum Fürsten des unter türkischer Oberhoheit stehenden Bulgarien gewählt, aber erst 1896 durch die Türkei und die Großmächte anerkannt.
Am 5. Oktober 1908 erklärte Ferdinand I. Bulgarien zum unabhängigen Königreich und nahm den Königstitel (Zar) an. Zehn Jahre später, am 03.10.1918, dankte er zugunsten seines ältesten Sohnes Boris (III.) ab. Er starb am 10. September 1948 in Coburg, wo er seit 1918 lebte.
Zar Ferdinand und Schloß Coburg zu Ebenthal
1877 empfing Prinz Ferdinand Maximilian hier eine bulgarische Delegation, die ihm die Königswürde von Bulgarien überbrachte. Er weilte jeden Sommer auf Schloß Ebenthal, seinem Stammschloß, und traf hier zuletzt am 9. Juni 1917 mit Kaiser Karl I. von Österreich zusammen.
Zar Ferdinand und das Coburger Bürglaßschlösschen
Ein schönes Beispiel für die Architektur des Klassizismus ist das Bürglaßschlösschen (Bulgarenschlößchen), das sich 1794 Generalfeldmarschall Prinz Friedrich Josias erbauen ließ, nachdem der Vorgängerbau 1775 bei einem Feuer völlig zerstört wurde. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts war Prinz August von Coburg-Kohary Besitzer des Schlösschens. Bis 1948 lebte sein Sohn Ferdinand, einst Zar von Bulgarien, hier.
Zar Ferdinand und die Burg Lauenstein
Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert war Burg Lauenstein/Thüringen Treffpunkt namhafter Vertreter der deutschen Kunst und Kultur. Der schon einmal erwähnte Dichter Freiherr Ernst von Wolzogen hat mehrere Jahre auf der Burg gelebt und bis kurz vor seinem Tode im Jahre 1934 dort geschrieben. Er ist besonders durch seine humorvollen Gesellschaftsromane, sein literarisches Kabarett ,,Überbrettl" und durch die Berliner Kleinkunstbühne ,,Schall und Rauch" bekannt geworden.
Zu dieser Bühne gehörte lange Jahre der dichtende Philosoph und Bänkelsänger Joachim Ringelnatz, Deckname für Hans Bötticher, der ebenfalls häufig Gast der Familie Meßmer war und sich gern als Bibliothekar und Fremdenführer auf Lauenstein betätigte. Daß eine Führung mit dem Verfasser der Seemannsgesänge von ,,Kuddel Daddeldu" etwas Besonderes darstellte, kann man sich gut vorstellen.
Auch der verstorbene Bundespräsident Prof. Theodor Heuss und der Schriftsteller Walter von Molo besuchten in ihrer Jugend mehrmals gemeinsam die Burg Lauenstein.
Über längere Zeit war der Erbprinz Reuß mit seiner deutschen Musikbühne und den Dirigenten Paul von Kempen und Dr. Hans Schmidt-Iserstedt hier ansässig. Ein langjähriger Freund Dr. Meßmers und häufiger Gast der Burg war auch Zar Ferdinand von Bulgarien, ein Prinz von Sachsen-Coburg aus dem katholischen Zweig Kohäry, der nach seiner Abdankung seinen Wohnsitz nach Coburg verlegte, wo man heute noch das "Bulgarenschlößchen" neben dem Landestheater sehen kann.
Zar Ferdinand und Emil Jellinek
Emil Jellinek war ein reicher Mann mit kostspieligen Marotten. Wenn der erfolgreiche Finanzjongleur, der im Nebenamt österreichischer Generalkonsul in Monaco war, mit seiner Frau, den sieben Kindern und dem dazugehörigen Personal zum Zweitwohnsitz in Nizza fuhr, dann wurde ein ganzer Schlafwagen gemietet. Seine Yachten waren so groß wie ein Ausflugsdampfer, zu seinen Freunden zählten der Zar von Bulgarien ebenso wie der König von Schweden.
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